Achtsamkeit und Intuitives Bogenschießen in Essen

Was ist Achtsamkeit

Immer häufiger ist die Rede von Achtsamkeit – ein Konzept, das ursprünglich aus dem Buddhismus stammt. Es soll Stress reduzieren und die Lebensqualität erheblich steigern.

So einfach es auf den ersten Blick klingt, bei der Achtsamkeit handelt sich um eine Fähigkeit, die die meisten Menschen erst trainieren und erlernen müssen. Der moderne Alltag verleitet zur Unachtsamkeit. Ständige Erreichbarkeit, die Verschmelzung von Privat- und Berufsleben verlangt uns viel ab. 80 Prozent der Menschen in Deutschland fühlten sich gestresst. Anstatt den Moment bewusst wahrzunehmen, wird schon die nächste Tätigkeit geplant. Die Folgen können Überforderung und Stress, im schlimmsten Fall Angstzustände, Burnout und Depressionen sein.

Welche Folgen Überforderung und Stress auf Geist und Körper haben können, ist bekannt. Langanhaltender Stress führt dazu, dass der Organismus sich andauernd in Alarmbereitschaft befindet. Das schwächt das Immunsystem, kann Erkrankungen auslösen oder verstärken, zu körperlichen Verspannungen und nervlicher Anspannung führen.

Wer gestresst durch den Alltag hetzt, führt ein Leben im „Autopilot-Modus“: Gewohnheiten bestimmen den Ablauf des Tages, äußere Reize führen zu einer automatischen Reaktion, die nicht reflektiert wird. Der Tag wird einfach abgespult. Unangenehme Gedanken und Gefühle werden beiseitegeschoben.

Genau hier setzt die Achtsamkeit an. Mit ihr kann man sein Leben wieder stärker selbst steuern. Und das lohnt sich!

Sich bewusst Pausen zu nehmen und die Aufmerksamkeit auf den Moment zu richten, hat nachweislich einen entspannenden Effekt. 

Deswegen wird Achtsamkeitstraining mitunter ergänzend in der Psychotherapie, etwa zur Behandlung von Burnout, Depressionen, bei Angststörungen oder ADHS, eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Achtsamkeit beim intuitiven Bogenschießen 

Achtsamkeit ist die Brücke zwischen Körper und Geist, indem sie den Fokus vom bewussten „Zielen“ auf die reine Wahrnehmung des Augenblicks verlagert.

Während beim klassischen Bogenschießen oft technische Hilfsmittel (Visiere, Stabilisatoren etc.) genutzt werden, verlässt sich das Intuitive Bogenschießen auf das im Körpergedächtnis, d.h. das erlernte gespeicherte Erfahrungswissen. 

Die Auswirkungen der Achtsamkeit umfassen:

  • Präsenz im „Hier und Jetzt“: Der sich wiederholende Bewegungsablauf (Stand, Einlegen, Auszug, Lösen) hilft dabei, kreisende Gedanken zu stoppen und vollkommen im Moment anzukommen.

  • Schärfung der Körperwahrnehmung: Achtsamkeit ermöglicht es, feine muskuläre Spannungen und die eigene Haltung bewusster zu spüren. Dies ist essenziell, da der Schussablauf ohne bewusste Schlussfolgerungen erfolgt.

  • Fokus und Konzentration: Statt eines punktuellen „Laserfokus“ auf das Ziel, wie im klassischen Bogenschießen, fördert Achtsamkeit eine weite, offene Aufmerksamkeit. Du nimmst den gesamten Raum und den eigenen Zustand wahr, was eine ruhige und zentrierte Entscheidung zum Lösen des Pfeils begünstigt.

  • Emotionsregulation und Gelassenheit: Durch das wertfreie Beobachten des eigenen Erfolgs oder Misserfolgs (Trefferbild) wird die emotionale Resilienz gestärkt. Achtsames Bogenschießen wirkt dadurch stressabbauend und fördert die innere Ruhe.

  • Vertrauen in die Intuition: Das bewusste Loslassen der Kontrolle ist ein zentraler Aspekt. Achtsamkeit hilft dabei, dem Unterbewusstsein zu vertrauen, das die Flugbahn basierend auf Tausenden von Wiederholungen berechnet, ohne dass der Verstand eingreifen muss. 

  • Beim intuitiven Bogenschießen ist die Atmung der Taktgeber für den gesamten Bewegungsablauf. Sie hilft dabei, den Verstand zu beruhigen und den Schuss als fließende Einheit zu erleben

Atemtechniken für mehr Achtsamkeit

Es gibt verschiedene Ansätze, wie man die Atmung mit dem Bewegungsablauf synchronisieren kann: 

  • Bauchatmung: Statt flach in die Brust zu atmen, wird tief in den Bauch geatmet. Dies vermeidet Verspannungen und senkt den Herzschlag.

  • Synchronisierter Ablauf:

    • Einatmen: Beim Anheben des Bogens und Beginn des Auszugs.

    • Innehalten (Atempause): Kurz vor dem Lösen (im „Anker“), um maximale Stabilität zu erreichen.

    • Ausatmen: Nach dem Lösen des Pfeils, um die restliche Spannung abzugeben und den Schuss bewusst nachwirken zu lassen.

  • Box-Breathing: Vor dem Schießen (4 Sek. Ein, 4 Sek. Halten, 4 Sek. Aus, 4 Sek. Halten), um die Konzentration zu bündeln und Lampenfieber abzubauen

Kontakt

© 2021 Marion Klein – motivation & kommunikation